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JUNGZÜCHTER

Jungzüchter-Workshop im Pferdezentrum Alsfeld

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Der Bezirksverband Hessen im Hannoveraner Verband e.V. und der Pony- und Pferdezuchtverband Hessen e.V. richteten eine gemeinsame Fortbildung aus

Bisher einmalig in Hessen war der Jungzüchterworkshop, der am 23. Januar in Alsfeld im Pferdezentrum stattgefunden hat. Rund 80 Interessierte hatten sich im Vorfeld per E-Mail zu diesem Event angemeldet. Die Organisatoren dieser Veranstaltung hatten fünf verschiedene Stationen vorbereitet, die jeder an diesem Tag durchlaufen sollte.

Hochkarätige Referenten aus nah und fern gaben ihr Wissen an die Jugendlichen weiter. Jürgen Stuhtmann vom PZV Lüneburg Nord, der über jahrelange Erfahrung im Training der Jungzüchter verfügt, leitete die Station zum Thema korrektes Vorstellen eines Pferdes auf der Dreiecksbahn.


Vorführen mit Jürgen Stuhtmann


Optimales Herausbringen mit Birgit Deeck


Pferdebeurteilung mit Conrad Boeth


Thema Freispringen mit Klaus Biedenkopf


Theorie Zucht mit Antje Römer-Stauber



Die Kinder, die in verschiedene Altersklassen eingeteilt waren, rotierten an diesem Vormittag von Gruppe zu Gruppe.

Herr Stuhtmann erklärte das perfekte Einmustern des Pferdes, aber auch das richtige Laufen und die Körperhaltung des Vorführers. Mit und ohne Pferd wurde das Laufen trainiert. Jeder Einzelne erhielt wertvolle Tipps für seine Körperhaltung und sein Laufvermögen.

Später mit Pferd gab es ebenfalls viele Hinweise, damit man bei kommenden Wettkämpfen punkten kann. Immer wieder wurde an der Körperhaltung gefeilt und Anhaltspunkte für korrektes Durchparieren und Aufstellen gegeben. Im Wettkampf und bei jeder Art von Stuten- bzw. Hengstschau sollte man das jeweilige Pferd bestmöglich und verkaufsfördernd präsentieren. Das Gesamtpaket muss stimmen.

Kalt wurde den Aktiven an dieser Station nicht, immer wieder übten sie Laufen und Haltung und konnten so viel mitnehmen für die kommende Wettkampf- bzw. Schausaison.

An der nächsten Station beschäftige sich Konrad Böth, Vorstandsmitglied im Hannoveraner Verband und im Bezirksverband Hessen, mit der Pferdebeurteilung.

Anhand verschiedener Stuten wurde das Zuchtziel diskutiert und die Noten verteilt. Die Jungzüchter waren eifrig bei der Sache die Pferde zu besprechen und jede Körperpartie, sowie die Grundgangarten zu bewerten. Konrad Böth, der das erste Mal bei einer Jungzüchterfortbildung mitwirkte, war ganz angetan von der regen Beteiligung der jungen Leute.

Die folgende Station war mit dem Thema Freispringen überschrieben. Hier trafen die Kinder auf Klaus Biedenkopf, den Geschäftsführer des Pony- und Pferdezuchtverbandes Hessen, der dieses Thema mit ihnen besprechen wollte. Zunächst wurde über die richtige Ausrüstung für das Pferd gesprochen. Dann auch über die richtige Ausstattung und Vorbereitung der Reithalle. 

Wie baut man eine Reihe auf? Welche Sicherheitsaspekte sind zu beachten? Welche Aufbauvarianten habe ich und wie kann ich die Richtige für mein Pferd finden? Welches Pferd benötigt welche Abstände? Welches Hindernismaterial ist nötig? Locker und mit viel Humor wurden die einzelnen Punkte besprochen.

Die Kinder waren mit Eifer dabei und diskutierten die einzelnen Themen. Die Möglichkeiten des Freispringens mit pro und contra wurden erörtert. Lieber anführen, oder freilaufen lassen? Wozu dient das Freispringen? Ab welchem Alter ist es sinnvoll für das Pferd?

Alle diese Punkte wurden mit großer Begeisterung der Teilnehmer besprochen und fleißig erörtert. Anhand von Aufnahmen auf DVD wurde anschließend das Auge geschult. Die Jungzüchter waren schon sehr gut in der Lage, die Aufnahmen zu beurteilen und die Pferde und gezeigten Situationen zu besprechen.

In der Theorie kam keine Langeweile auf und so merkte auch kaum jemand, dass die Zeit wie im Fluge vergangen war und nun schon die nächste Station auf sie wartete.

In der Stallgasse des Pferdezentrums Alfeld begrüßte Birgit Deecke die Teilnehmer. Sie ist aus der Nähe von Celle und auch sie ist seit Jahren mit der Jungzüchterarbeit eng verbunden und darf bei einer guten Fortbildung nicht fehlen. Zum Thema Herausbringen von Pferd und Vorführer kann sie, wie kaum jemand sonst, viele Tipps und Kniffe verraten und somit entscheidend zum positiven Gesamtbild beitragen. Anhand von einigen Pferden wurde das Mähne verziehen und einflechten geübt.

Die Kinder wurden informiert, wie der Schweif noch mehr Volumen bekommt und welches Handwerkszeug man unbedingt braucht, aber auch, welche Dinge gar nichts am Pferd zu suchen haben. Viel Wert wurde auch auf das richtige Zaumzeug gelegt. Welche Trensen eigenen sich und wie sollten sie verschnallt sein? Auch hierbei kommt es wieder auf das jeweilige Pferd an. Alles muss immer rassetypisch sein. Aber gepflegt und sauber ist die Grundvorausseztung, egal bei welchem Pferd oder Pony.

Frau Deecke erläuterte weiterhin das Aussehen eines guten Vorführers und Peitschenführers. Hier sind das perfekte Outfit und der „Pflegezustand“ ebenso entscheidend für eine gute Note der Richter.

Nach der kalten Stallgasse trafen die Gruppen nacheinander in einem warmen Aufenthaltsraum ein, wo Antje Römer-Stauber, Vorstandsmitglied im Bezirksverband Hessen und Vorstandsmitglied im Pony- und Pferdezuchtverband Hessen, sich mit Theorie zum Thema Zucht beschäftigte. Was bedeutet Zucht für uns? Zunächst wurde der Zyklus der Stute besprochen. Dabei wurden Begriffe wie Geschlechtsreife und Zuchtreife besprochen, aber auch Begriffe wie saisonal polyöstrisch, Maidensute etc. Gemeinsam mit den Jungzüchtern wurde der Weg vom Zyklus der Stute, mit den verschiedenen Einflüssen auf den Rossezyklus, über die Trächtigkeit bis hin zur Geburt und deren Ablauf besprochen.

Als über die Möglichkeiten der Belegung einer Stute gesprochen wurde,  diskutierten wir auch über das neue Verfahren mit gesextem Sperma, ebenso wie Klonen. Diese Dinge wurden ethisch und züchterisch erörtert. Nachdem der normale Ablauf einer Stute besprochen war, wurde der Begriff Zucht etwas genauer unter die Lupe genommen. Was bedeutet Zucht? Züchten statt vermehren. Welche Anforderungen sollte eine Stute erfüllen, damit man sie in die Zucht nehmen sollte. Von den Hengsten kennt man die strengen Auswahlkriterien, den Weg vom Junghengst bis zur Körung und dann zum erfolgreichen Vererber. Leistungsprüfung und diverse Gesundheitschecks sind in deren Laufbahn vollkommen normal.

Wenn die Züchter bei den Stuten auch so kritisch wären, wäre dies für die Zucht ein großer Forschritt. Gesunde, korrekte und leistungsgeprüfte Stuten angepaart mit guten Hengsten – schnell war sich die Runde einig- das wäre optimal. Nicht jede Stute muss sich vermehren.

Die Gruppen haben sehr gut mitgearbeitet und das Thema kritisch erörtert. Es hat großen Spaß gemacht, mit den jungen Leuten. Die kleineren Jungzüchter waren zur Theorie bei Angelika Endrejat. Die Kinder von sechs bis 11 Jahren haben dort den Weg eines Fohlens bis zur Hengstkörung kennen gelernt. Mir viel Wissenshunger haben sie dort mitgearbeitet.

Einen Workshop in mit einer solchen Besetzung hatten wir in Alsfeld noch nicht. Von 11 Uhr bis 17 Uhr 30 waren viele Leute im Einsatz, damit der Tag so gut gelingen konnte. Danke allen Helfern, die unermüdlich Pferde geführt haben, danke an das Pferdezentrum Alsfeld und die ganze Mannschaft für das zur Verfügung stellen der Anlage und einzelner Pferde. Danke an Markus Wehr von der R&V/VTV, der uns mit technischem Equipment und mit Rat und Tat unterstützt hat. 

Danke auch noch einmal an die Referenten der einzelnen Stationen. Mit so viel Unterstützung im Rücken, hat es Spaß gemacht, einen solchen Tag zu organisieren und die Arbeit, die auch im Vorfeld bestand, war schnell vergessen.

 Antje Römer-Stauber   


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