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Zuchtbericht 2010
Zuchtbericht 2010
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Die erwünschten Eigenschaften weiter festigen

Etwas gewöhnungsbedürftig war sie schon, die verpflichtende Einführung des Transponders (Mikrochips) für jede neue Registrierung von Fohlen oder Pferden. Kopfzerbrechen bereitete manchem Züchter die erforderliche neue Betriebsnummer, und oft auch die Entscheidung, ob das Fohlen zusätzlich noch den Brand erhalten sollte oder nicht.


Zuchtleiter Florian Solle konnte vorwiegend positive Zahlen vorstellen
Unabhängig von neuen Vorschriften und Formalitäten aber stand für die hessischen Betriebe die züchterische Arbeit im Vordergrund. In allen Rassen bleibt die kontinuierliche Verbesserung und Verankerung der wichtigen Eigenschaften Umgänglichkeit, Charakter, Gesundheit sowie Reit- und Fahreignung das vorrangige Ziel.

Als wichtigste Veranstaltung des Zuchtjahres 2010 stand die große, nur alle vier Jahre stattfindende Elitestutenschau auf dem Programm. Dies war eine Schau der Superlative in Alsfeld-Eifa mit 140 Stuten aus 13 Rassen. Zum ersten Mal stellten die Reitponyzüchter das größte Kontingent, mit allein 28 Stuten und vier Stutenfamilien. Aus der Zucht des gastgebenden Kastanienhofs Eifa (Annette und Gunter Marx) kam die Siegerstute Nagoja und auch mit Nacatscha, Nosy Be und Navarra die Siegerfamilie der Reitponys.

Die Ergebnisse der Bundesschau können als großer Erfolg der hessischen Fjordzucht verbucht werden. Den Titel Bundessiegerstute „Jung“ und gleichzeitig den IGF-Zukunftspreis holte Juvena (Silke und Jürgen Eitenmüller, Mossautal) in stärkster Konkurrenz. Auch die Reservesiegerin Lalinga (Landgut Kemper&Schlomski, Liebstadt), die Bundessiegerstute „Alt“ Lalina und die Siegerfamilie (Familie der Lissa) stammen aus hessischer Zucht. Sowohl für die Stuten Lalinga und Lalina als auch für die Stutenfamilie sind Elisabeth und Reinhold Eitenmüller aus Mossautal-Güttersbach als Züchter verantwortlich.

Bei den Haflingern hatte die dreijährige Bellissima des Züchters Bernd Backhaus die Nase vorn. Den größten Treffer in dieser Rasse landete allerdings Wolfgang Pabst mit seiner Luna-Stutenfamilie. Diese Staatsprämien- und Elitestute Luna wurde mit ihren Töchtern Lizzy und Lilith erst Klassensiegerin und dann Gesamtsiegerfamilie der Schau. Damit wiederholte sie ihren großen Erfolg aus der Eliteschau 2006, wo sie seinerzeit mit ihren Töchtern Lavinia und Lugana ebenfalls die Siegerfamilie aller Rassen stellen konnte. Die Edelbluthaflinger Waleska (Christian Trabert) und Lisa (Marcus Mihm) als Siegerin und Reservesiegerin ihrer Rasse rundeten das Bild ab, wobei letztere später noch einen großen Erfolg als Siegerstute „Jung“ der ersten Bundes-Edelbluthaflingerschau in Meura feiern konnte. Den Bundessiegertitel der älteren Stuten brachte von dort die in Hessen gezogene Amelie der Zuchtstätte Stange nach Hause.


Nagoja (Foto: Brehm)
Maja (Foto: Brehm)
Doven (Foto: Brehm)

Als weitere Rassesieger in Alsfeld sind die Islandstute Iona vom Habichtswald (Maria Siepe-Gunkel), die Schwarzwälder Kaltblutstute Maja (Diana und Thomas Frank), die Connemara-Stute Kinzighausen Hazy Manderley (Michael Jaczak), die Welsh D-Stute Seven Mornings Intruders Pride (Sabine Weiß), die Classic-Stute Erika vom Talhof (Kurt Heusohn), die Shetland-Stute Tessa van Stal Rustroes (Dorothea Burkhard und Marion Herget) und die Partbred-Stute Bonni von Paho StPrSt (Simone Glück) zu nennen. Bei den Fjordpferden als zweitstärkster Rasse standen die Stuten Loa und Lalinga, beide abstammend von Dylan und aus der Zucht von Elisabeth und Reinhold Eitenmüller, an der Spitze.


Hengstkörungen und Stuteneintragungen

Sechs Prämienhengste waren auf der Frühjahrskörung 2010 zu verzeichnen, nämlich der Lusitano Sultao II (Ursula Irmen), der Haflinger Atlantic (ZG Stange), der Kaltblüter Nobel B (Landgestüt Dillenburg) und die Reitponyhengste Don Joan, Don Dolino (beide Christina Wessling) und Nemax (Gabriele Heemsoth), wobei letzterer Prämierungssieger wurde. Von 32 vorgestellten Hengsten wurden sieben gekört und 14 bereits in anderen Verbänden gekörte eingetragen.

Am ersten Oktoberwochenende fand die vierzehnte Süddeutsche Ponyhengstkörung statt, erstmals mit Teilnehmern aus dem Zuchtverband Brandenburg-Anhalt als neuem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Pferdezuchtverbände (AGS). Insgesamt 41 Hengste traten zur Körung an, 17 wurden gekört. Gesamtsieger wurde der Fjordhengst Doven (Wilhelm Eitenmüller), Reservesieger der schon siebenjährige Welsh A-Hengst Vanda’s Casanova (Julia Stiem). Ebenfalls süddeutsch prämiert wurde der dreijährige Shetland-Hengst Matze vom Köppel (Klaus-Peter Demmel).

Bei der Süddeutschen Prämierung bereits gekörter Hengste konnten drei Reitponys besonders gefallen, neben David L (Doris u. Meinrad Lehmann) und Zitnas Nottingham (Carola Gerstmaier) vor allem Casino Royale K (Siegerhengst der Prämierung, Besitzer: Rudolf Oppowa). Die besten Ergebnisse der regionalen hessischen Körung am Vortag erzielten der Schwarzwälder Hengst Mirco (Werner Wagner) und der Islandhengst Throttur von der Schlehenwiese (Heike und Nadine Hahn).

Gut beschickt waren die Stutbuch-Eintragungstermine mit Prämierung im Frühjahr: nach Alsfeld kamen knapp 50 Stuten (Haflinger, Edelbluthaflinger, Reitpony, Connemara, Welsh, Dartmoor, Morgan Horse, Fell Pony) und nach Erbach 20 Stuten (Fjord). Auch auf dem zentralen Kaltbluttermin Usingen kamen wieder eine Reihe hervorragender Stuten zur Vorstellung, hier verteidigte die Vorjahressiegerin Maja (Diana u. Thomas Frank) in der Landesstutenschau ihren Titel.

Leistungsprüfungen

Die vierte Hengstleistungsprüfung auf dem Rollehof in Erbach gewann mit Endnote 8,39 der Fjordhengst Dalbyn aus der Zucht von Silke und Jürgen Eitenmüller. Ihm folgte aus gleicher Zuchtstätte mit 8,29 der sechsjährige Damar, so dass zwei Dylan-Söhne die ersten Plätze belegten. Die beste Prüfung der anderen Rassen absolvierte der Welsh Cob H-S Major Tom (Familie Spengler) mit Gesamtnote 8,06.

Insgesamt 14 Teilnehmer waren es in der Hengstleistungsprüfung, und 15 Stuten in der nachfolgenden Zuchtstuten-Stationsprüfung Erbach. Dort erzielte die Welsh Cob-Stute „Lola Rennt“ (Heiko Schudt) mit Note 8,0 das beste Ergebnis vor der Connemarastute Kinzighausen Hazy Manderley (Michael Jaczak) mit 7,91. Am traditionellen ersten November folgte die Kaltblut-Leistungsprüfung und Fahrprüfung für kleine Rassen in Dillenburg. Hier belegte der Schwarzwälder Hengst Major (Burkhard Wagner) mit 8,4 den Spitzenplatz.

Den Staatsehrenpreis 2010 des Landes Hessen erhielt der Reitpony-Zuchtbetrieb der Familie Coenen/Wattenheim. Dieser steht hessenweit auf dem Spitzenplatz und bundesweit auf Platz 15 der erfolgreichsten Reitponyzüchter für den Dressursport.

Die weiterhin recht stabilen Bestandszahlen des Verbandes haben in der Mitglieder- und Stutenstatistik eine leicht abnehmende Tendenz. Allgemein zu beobachten ist der Trend zu weniger Zuchtbetrieben, aber mehr Stuten pro Besitzer. Die Zahl der registrierten Fohlen erreicht mit 1.006 zufällig genau die gleiche Höhe wie im Vorjahr 2009.

Allen Züchtern und Freunden hessischer Ponys und Pferde viel Glück und Erfolg im Jahr 2011.

Florian Solle





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